Involvierte Personen: S. Böcker, R. Ehricht, M. Hölzer, M. Marz, M. Pletz

[Could not find the bibliography file(s) Pneumonien können durch Viren, Bakterien und Pilze hervorgerufen werden. Die Pneumonie steht weltweit auf Platz 4, in Deutschland auf Platz 8 der Todesursachenstatistik. Die anti-infektive Therapie der Pneumonie erfolgt initial ohne Kenntnis des zugrundeliegenden Erregers, da selbst die moderne mikrobiologische Diagnostik in der Regel 2-3 Tage dauert. Selbst ein umfangreicher Methodeneinsatz einschließlich neuer multiplex- PCR Ansätze, findet nur bei 40-80% der Pneumoniepatienten den zugrundeliegenden Erreger [?].

Erfasst die gewählte anti-infektive Therapie einen nachgewiesenen Erreger nicht, verschlechtert sich die Prognose des Patienten substantiell. Der immer noch hohe Anteil an Patienten ohne nachweisbaren Erreger lässt vermuten, dass hier viele unbekannte Spezies existieren: In den letzten Jahren wurden bereits verschiedene neue respiratorische Viren entdeckt (z.B. Metapneumovirus, neue Coronaviren, Bocaviren). Der Nachweis dieser Viren stimuliert die Entwicklung entsprechender Tests, schränkt den unnötigen Antibiotikaverbrauch ein, befördert ggf. die Entwicklung neuer Antiinfektiva und Impfstoffe und verbessert damit langfristig das Behandlungsergebnis bei Pneumonie.

Mittels tiefer Methoden des maschinellen Lernens sollen derzeit noch unbekannte Erreger bei Patienten mit Lungenentzündung (Pneumonie) identifiziert werden. Dazu werden DNA- und RNA-Sequenzierdaten von Erreger und Wirt systematisch ausgewertet.