Schematische Darstellung von 6 multiresistenten bakteriellen Ausbrüchen, die alle auf einem Resistenzgenvektor mit einer VIM-1 Metallo-β-Lactamase zurückzuführen sind. VIM-1 ist eine sogenannte Carbapenemase, die in der Lage ist, alle β-Lactam-Antibiotika zu spalten (z.B. Penicillin). Ein reiner cgMLST (core genome multi locus sequence typing) Nachweis würde 6 verschiedene Ausbrüche identifizieren, obwohl tatsächlich nur ein fortlaufender molekularer Ausbruch vorliegt.

Involvierte Personen: C. Brandt, M. Hölzer, M. Marz, M. Pletz, A. Scherag

[Could not find the bibliography file(s) Klinische Ausbrüche mit multiresistenten Erregern nehmen weltweit zu [?]. Die zugrunde liegenden Antibiotikaresistenzgene (z. B. β-Lactamasen) verbreiten sich oft speziesunabhängig und unbemerkt mithilfe einer Vielzahl molekularer Mechanismen und Vektoren [?]. Derzeit basiert die routinemäßige Sequenzierung von Bakterien auf einer reinen cgMLST (core genome multi locus sequence typing) Typisierung, um klonale Ausbrüche zu identifizieren. Dabei wird ein Großteil der erhobenen Sequenzierungsdaten nicht verwendet, und die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen werden ebenfalls nicht berücksichtigt. Diese Informationen sind jedoch essentiell, um ein Ausbruchsgeschehen zu verstehen. Das Verständnis des Ausbruchsgeschehens ist elementar, um Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Ausbrüche zu entwickeln. Bislang gibt es keine automatisierten Lösungen zum Erkennen von nosokomialen Ausbrüchen.

Es soll eine automatisierte Methode etabliert werden, welche klinische Metadaten und Patientendaten mit molekularen Resistenzmustern von Bakterien verknüpft, um automatisch Vorhersagen über mögliche Ausbrüche und Resistenzgentransferrouten zur Verfügung zu stellen. In der ersten Phase soll dies weitgehend am Uniklinikum Jena etabliert und validiert werden, um dieses Verfahren später auf weitere Kliniken auszuweiten.